Szenische Uraufführung von Stefan Wolpes "Zeus und Elida"

Foto: Pedro Malinowski

Im  Januar 2012 fand in Gelsenkirchen die szenische Uraufführung von Stefan Wolpes „Zeus und Elida“ statt.  Unter dem Titel „Großstadt-Triptychon“ wurde die 30-minütige, jazzig-wilde Kabarettoper zusammen mit Werken von Edmund Nick und Kurt Weill aufgeführt.

 

 

Clemens Jüngling, Dirigent der szenischen Uraufführung der Zeitoper „Zeus und Elida“ von Stefan Wolpe am Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen im Gespräch mit Patricia Gläfcke von peermusic classical Europe.

peermusic classical: Herr Jüngling, wie sind Sie dazu gekommen, das Werk in das Repertoire aufzunehmen?

Wir waren auf der Suche nach Stücken, deren Zusammenhang darin bestehen sollte, in den 20er Jahren in Deutschland geschrieben worden zu sein. Der Auslöser dafür war, dass wir schon vor ca. 3 Jahren auf Stefan Wolpes “Zeus und Elida” gestoßen sind und dachten: “Das muss doch mal gespielt werden.”

PC: Meinen Sie, das Werk kann auch in anderen Zusammenhängen gespielt werden, z.B. kombiniert mit Schönberg?

Ich glaube, Wolpe braucht entweder einen sehr starken Kontrast oder ein Werk, das es mit seiner Wucht und auch mit dem Humor, mit dem diese “musikalische Groteske” auf das Publikum trifft, aufnehmen kann. Ich tendiere mehr zum stilistischen Kontrast.

PC: Wie würden Sie die musikalische Sprache und Instrumentierung Wolpes beschreiben?

Wolpe hat unglaublich viele Einflüsse aus seiner Zeit verarbeitet: Für “Zeitopern” typische Klänge, die technische Neuerungen der Zeit darstellen (Autos, Hupen...), die zweite Wiener Schule, das Kabarett, aber auch z.B. Busoni und Jazz sind sehr präsent, wie man an den unglaublich schweren Klavierparts und an den Saxophonen, Sousaphon und Schlagzeug z.B. deutlich erkennt.

PC: Wie haben Sie das Stück einstudiert? Wie sind die Musiker und Sänger mit der Komplexität umgegangen?

Man muss ehrlich sagen, zuerst gab es bei allen einen Schock: “Wie soll das gehen?!” Besonders bei den Sängern, da diese Partien auf den ersten Blick nicht singbar sind. Wir haben uns dann sehr viel Zeit genommen für die Entdeckungsreise in Wolpes Humor, das Groteske, auch für die Selbstironie, die den Musiker und den Theaterbetrieb dabei überfällt. Und irgendwann kamen wir dann über den Punkt wo wir – bis heute bei jeder Vorstellung- bei aller Konzentration, die er abverlangt, richtig Spaß haben.

PC: Herr Jüngling, ich würde mich freuen, wenn Sie spontan den Satz beenden: ich spiele Wolpe, weil….

…er eine große Bereicherung des Repertoires ist, die stark genug ist, auch den Blick auf die andere Literatur zu verändern.

Stefan Wolpe

Lieder mit Klavierbegleitung
1929 - 1933

Bestell-Nr.: 3244

Preis: 68,00 €