Biographie

Mathias Spahlinger wurde 1944 in Frankfurt a.M. als Sohn eines Cellisten am Frankfurter Opernhaus geboren. Dieser unterrichtete ihn früh auf Gambe, Fidel, Blockflöte und Violoncello. Mit 8 Jahren bekam er Klavierunterricht. und trat drei Jahre später in den Kinderchor der Frankfurter Oper ein. 1959 begann er sich intensiv für Jazz zu interessieren. Er lernte Saxophon spielen und improvisierte einfallsreich im legendären Frankfurter Jazzkeller. Bereits während der Schulzeit entstanden die ersten Kompositionen. Ab 1965 studierte Spahlinger dann Komposition bei Konrad Lechner und Klavier bei Werner Hoppstock an der Städtischen Akademie für Tonkunst in Darmstadt. Nach dem Examen setzte er neben seiner Tätigkeit als Musiklehrer an der Stuttgarter Musikhochschule seine Kompositionsstudien fort und wurde 1978 Gastdozent an der Hochschule für Künste in Berlin. Dort erhielt er die ersten offiziellen Anerkennungen für seine kompositorische Arbeit, bekam ein Stipendium der Heinrich-Strobel Stiftung des Südwestfunks und wurde mit den ersten Preisen der Stiftung Künstlerhaus Boswil für seine Werke éphémère und aussageverweigerung – gegendarstellung ausgezeichnet.1982 ging er zunächst als Lehrbeauftrager und dann als Professor für Komposition und Musiktheorie an die Musikhochschule Karlsruhe; von dort aus übernahm er von 1990 bis 2009 eine Professur für Komposition an der Freiburger Musikhochschule. Dort gründete und leitete er das Institut für Neue Musik. Mathias Spahlinger lebt heute in Potsdam.

Entscheidend für Spahlingers Komponieren sind die gedanklichen Impulse, die er in der Kunst von Hölderlin, Hegel und Adorno sowie bei dem weniger bekannten Frankfurter Philosophen Bruno Liebrucks gefunden hat. Angeregt durch die radikale kritische Erkenntnistheorie, die Negation als nichts Negatives begreift, sieht Spahlinger seine Arbeit als „liebevoll sezierende Durchdringung von Ordnungsprinzipien“.

Seine Werke richten sich gegen den konditionierten Hörreflex, der auf den erprobten Effekt eindeutig geprägter Klangfarben zielt. Er beschränkt sich dabei nicht darauf, den bekannten Klängen und Mustern neue, ungehörte entgegen zu setzen sondern verfolgt vielmehr die Absicht, eingeschliffene Hörweisen durch kompositorische Versuchsanordnungen kritisch zu brechen und dadurch die Wahrnehmung zu sensibilisieren.

zurück

Mathias Spahlinger

farben der frühe
(für sieben Klaviere)

Ensemble Surplus

NEOS 10710

Jetzt kaufen »