Pressestimmen

02.12.2013

Dorian Gray - ein schöner Mensch wird rücksichtslos

Das Theater Augsburg bringt Oscar Wildes „Bildnis des Dorian Gray“ mit frisch komponierter Musik auf die Bühne

. . . Die neueste Produktion des Augsburger Balletts ist eine Uraufführung, die Besonderes und Ungewohntes bietet. „Das Bildnis des Dorian Gray“ ist das erste Ballett am Theater Augsburg, für das die Musik in Auftrag gegeben, passgenau komponiert wurde. Aufwand und Wagnis haben sich gelohnt. Den Jazz ebenso wie Chopins Walzer a-Moll op. 34 zitierend, zeichnet das Werk von Tobias PM Schneid melodisch genau die Dramaturgie der Handlung nach, illustriert sie in Klang und Rhythmus. 

Birgit Müller-Bardorff, Augsburger Allgemeine Zeitung, Dezember 2013
Kritik zur Uraufführung des Balletts Das Bildnis des Dorian Gray

02.12.2013

Der mit dem Bild tanzt

. . .  den musikalischen Score lieferte der Neuburger Komponist Tobias PM Schneid, der im Fin-de-Siècle-Orchester anhaltend brodelnde Unruhe mit regelmäßig wiederkehrenden Momenten der "alten Ordnung" und Walzersentimentalitäten korrespondieren lässt.

Neue Szene, Dezember 2013
Kritik zur Uraufführung des Balletts Das Bildnis des Dorian Gray

05.11.2012

"Strecken wie in Zeitlupe, Jazzballaden-Trips, Treibgut im Unendlichen, ein Miniaturklang, der zuletzt verschwand – Schneids Mehrteiler, bravourös gespielt, war ein Klangabenteuer."

Stephanie Knauer, Augsburger Allgemeine Zeitung, November 2012
Konzertkritik Aufführung Lonely Monk’s Reflections
on Reprocreational Aspects in Fractals Organisations II

01.08.2012

6 Bagatellen für Klavier – Young Euro Classics 2012

Tatsache ist, dass auch das zweite zeitgenössische Stück in Engelis Programm begeistern konnte: Ein Zyklus von 6 Bagatellen für Klavier des Würzburger Komponisten Tobias PM Schneid (*1963) – ebenfalls im Saal anwesend. Die Bagatellen waren eine Deutsche Erstaufführung und trugen Titel wie “Spaziergang mit Beckett und Bernhard” oder “Polytonal Loops”. Die in diesen Titeln angedeutete musikalische Bandbreite setzte Engeli gekonnt um. Die rhythmisch zum Teil sehr komplexen, nicht selten jazzigen Passagen meisterte der Pianist mühelos und erntete vom Publikum tosenden Applaus, der sich verstärkte, als der Komponist sich zu ihm auf die Bühne gesellte.

Elke Kronshage, referenzaufnahme.de (Berlin), August 2012
Konzertkritik

01.06.2012

Nacht

Welche Kraft, welcher Glanz! Mahlers Monolith in e-Moll stünde mit seinen rund 80 Minuten Dauer auch alleine gut da, doch knauserig wollten Generalmusikdirektor Dirk Kaftan und sein Orchester offenbar nicht sein. Aber was kombiniert man mit dieser Sinfonie, ohne dass es erdrückt würde von deren Wucht? Tobias PM Schneid, der 1963 geborene, in Neuburg/Donau lebende Komponist, griff zu einer List. Er schrieb im Auftrag der Philharmoniker ein „Prelude“, das in vielerlei Hinsicht Bezug nimmt auf Mahler. Nicht nur, dass Schneid denselben umfangreichen Orchesterapparat fordert; sein „Vorspiel“ greift auch Strukturelemente der Musik Mahlers auf, etwa den Dualismus von Hell und Dunkel oder, kompositorisch tiefer gehend, zwischen Chaos und Ordnung. Ähnlich wie in der Sinfonie findet auch bei Schneid ein Durch-Nacht-zum-Licht statt – und die enge Anlehnung an Mahler wurde vollends offenbar, als es in der Aufführung nahtlos von den letzten „Prelude“-Tönen überging in den punktierten Rhythmus der Bässe zu Beginn der Sinfonie. (Mit der Folge, dass es nach dem ersten Mahler-Satz Applaus gab in der irrigen Annahme, erst hier sei das „Prelude“ an sein Ende gekommen.)

Stefan Dosch, Augsburger Allgemeine, Juni 2012

Stefan Dosch, Augsburger Allgemeine, June 2012
Konzertkritik (UA Nacht -
Prelude (vor Mahler) für großes Orchester)
Philharmonisches Orchester Augsburg, Leitung: Dirk Kaftan

 

01.06.2010

Trauer und existenzielle Dimensionen bestimmen den Tonfall dieser Musik. Nun ist Schneid niemand, dem ästhetische oder stilistische Engstirnigkeit vorgeworfen werden könnten. Seine Werke versteht er gerade nicht als autonome Klanggebilde, sondern als komplexe und ins Abstrakte transformierte Spiegelungen des Lebens selbst. So begegnen sich im Klaviertrio, in der Interpretation des Münchner ensemble trioLog, tonale und atonale Passagen dergestalt, dass sie sich wechselseitig irritieren und verzaubern. Kaum eindringlicher - und dennoch frei von (falschem) Pathos - ließe sich der Zwiespalt zwischen stiller Trauer und hoher emotionaler Erregung zum Ausdruck bringen. Jenseits von Trauer und emotionaler Bedrängnis bewegt sich vertical horizon III (2008) für Oboe solo, mit dem eine spannende, zumal konstruktive Elemente fokussierende Werkreihe Schneids ihre gelungene Fortsetzung fand.

Egbert Hilbert, Neue Zeitschrift Für Musik, Mai/Juni 2010
CD Rezension: Sacred Landscapes

01.06.2010

Trauer und existenzielle Dimensionen bestimmen den Tonfall dieser Musik. Nun ist Schneid niemand, dem ästhetische oder stilistische Engstirnigkeit vorgeworfen werden könnten. Seine Werke versteht er gerade nicht als autonome Klanggebilde, sondern als komplexe und ins Abstrakte transformierte Spiegelungen des Lebens selbst. So begegnen sich im Klaviertrio, in der Interpretation des Münchner ensemble trioLog, tonale und atonale Passagen dergestalt, dass sie sich wechselseitig irritieren und verzaubern. Kaum eindringlicher - und dennoch frei von (falschem) Pathos - ließe sich der Zwiespalt zwischen stiller Trauer und hoher emotionaler Erregung zum Ausdruck bringen. Jenseits von Trauer und emotionaler Bedrängnis bewegt sich vertical horizon III (2008) für Oboe solo, mit dem eine spannende, zumal konstruktive Elemente fokussierende Werkreihe Schneids ihre gelungene Fortsetzung fand.

Egbert Hilbert, Neue Zeitschrift Für Musik, Mai/Juni 2010
CD Rezension Sacred Landscapes

01.10.2009

Die Musik vieler seiner bisher bekannt gewordenen Stücke bebt nur so vor Vitalität. Beim Gedanken daran stellen sich Assoziationen ein wie "Luzidität", "Spielfreude", "Koloristik" und "Drive", aber auch "Verfremdung" und "Doppelbödigkeit". Musiken der Trauer, des Involviertseins, der Meditation, der Abstraktion. Wunderbare Musik, die, so kurz sie ist, von den himmlischen Längen der Werke eines Morton Feldman weiß, aber auch von Beethovens "Heiligem Dankgesang eines Genesenden". Und in den rituellen Fragmenten der "sacred landscapes" für Cello und Streichquartett von 2001, deren Titel der neuen CD ihren Namen gibt, ist Schubert nicht weit. Nicht allein der Besetzung wegen, in welcher ein Echo des C-Dur-Streichquartetts seine Resonanz findet, auch was seine Botschaften der Unauflösbarkeit des Ineinanders von Schönheit und Trauer betrifft. Schneid durchstreift unendliche Weiten zerschwimmender Trugbilder von Glück.

BR-online, Oktober 2009

09.08.2006

"... eine imaginative Seelen-Biografie in Form eines Cellokonzerts, von Tobias PM Schneid frisch geschrieben, von Alban Gerhardt phänomenal dargelegt. Es mündet nach knapp 25 Minuten in beredter, nachklingender Stummheit. Schumanns Lebenskampf ist zu Ende.

Die ersten Takte spricht das Cello allein. Bald aber springt ihm das Orchester wie verwirrt zur Seite. Unheimlichkeit breitet sich musikalisch aus. Die Sanglichkeit des Celloparts wächst, aber immer neue Instrumentalschrecken fahren ihm in die Ansätze zur Belcanto-Autorität und unbremsbarer Spielzuversicht. Risse über die Harfensaiten, heftige Schlagwerk-interventionen heizen die Atmosphäre mächtig an ...
Im zweiten [Satz] wächst der Wahnsinn. Instrumentale Irsinnnströpfchen vereinen sich zur Toccata. Das Cello spielt virtuos, endlos und unaufhaltsam. ... Mit monotonen Tonrepetitionen geht der Satz, wie ausgebrannt von Verzweiflungen durchs Ziel.
Der Schlusssatz schließt sich mit Donnerhall attaca an. Er ist mit "Requiem" überschrieben. Ein Orchestertunnel der feierlichen und gleichzeitig bedrohlichen Art eröffnet sich. Gerhardts Cello schweigt sich hindurch. Erst an seinem Ende meldet es sich wieder zur Sprache. Die klingt nun wehmütig, entsagend. Alles Instrumental-Gegeifere ist vorüber. Stummheit, die nachenklich macht steht am Ende. Danach folgt Bravogeschrei.

Berliner Morgenpost,  August 2006
Konzertkritik Deutsche EA Cellokonzert
Andris Nelsons,
Alban Gerhardt

27.12.2005

Inseln der Stille

Das Porträt von Tobias PM Schneid, das mit der vorliegenden Einspielung gezeichnet wird, zeigt einen interessanten Komponisten mit einem großen Gefühl für ansprechende, subtile Klangbilder, so ausgefeilt, dass man bei jedem Hören etwas neues entdecken kann.
Das Gefühl, das Titel wie ,weird scenes inside the mirror cages I' oder ,umbrellas & sewing machines' vermitteln, findet seine Entsprechung in den Kompositionen. Der Komponist zeigt sich als distanzierter, seltsam unberührter Beobachter einer objektiven Außenwelt. Es ist, als wandere man beim Hören durch Klanglandschaften. Dennoch scheinen sie zugleich sehr subjektiv, vergleichbar vielleicht mit Träumen. Trotz den kleinen Besetzungen sind die Stücke sehr farbig. Hier zeigt sich ein allgemeiner Trend der zeitgenössischen Musik. Die Fähigkeit, mit wenigen Instrumenten einen orchestralen Klang zu entfalten, macht das Orchester beinahe entbehrlich.

Patrick Beck, klassik.com, Dezember 2010
CD Rezension


01.11.2005

Stilistische Mehrdeutigkeit und Denken in Gegensätzen - diese Paarung mach der 1963 geborene Tobias PM Schneid zum Ausgangspunkt seines Komponierens. Verknüpft mit einer gehörigen Portion Ironie, die bisweilen in den Werktiteln aufblitzt, bestimmen die Konnotationen der verwendeten Klänge ganz wesentlich die Wahrnehmung der musikalischen Verläufe. Das kann sehr packend sein!

Stefan Drees, Neue Zeitschrift für Musik, November 2005
CD Rezension Schneid Porträt CD (Wergo)

01.11.2005

CD-Tipps (bewertet mit 7 von sieben Sternen)

Die irgendwo glatt wirkende, gleichwohl immer nervig aufgeriebene und technisch grandios durchgestaltete Musik von Tobias PM Schneid führt den Hörer immer wieder in Räume, in denen Lichteinfall, Spiegel und elegant gewähltes Interieur für einen ins Surreale schweifenden Hyperrealismus sorgen. Alle Gestalten sind klar, wie hervorgemeißelt, aber ihre Beziehungen zueinander, ihr Verhältnis zur vergehenden Zeit bleiben rätselhaft. Es ist, als sei eine Linse mit Überschärfe vorgespannt. Das so Gesehene, beziehungsweise Gehörte schlägt in den Bann.

Reinhard Schulz, NMZ, November 2005
CD Rezension Schneid Porträt-CD

01.11.2005

Schneids Alchemie der Klänge

Nach dem ersten Durchblättern des Booklets könnte man befürchten, man hätte es mit noch einem Künstler zu tun, der seine unübersichtlichen Partituren mit bizarren, wortspielerischen Titeln aufzuwerten versucht, was bei den zeitgenössischen Komponisten leider nicht selten der Fall ist. Schon beim ersten Anhören werden jedoch alle Bedenken zerstreut. Die Überschriften öffnen nicht nur weite Assoziationsfelder für den Zuhörer. Sie spiegeln auch den Reichtum an musikalischen Ereignissen in den Werken wider, die von einer enormen Kreativität und einer erstaunlichen Vielfalt an kompositorischen Vorgehensweisen gekennzeichnet sind.

Ganz bewusst bildet Tobias PM Schneid seine bunten, magischen, ja manchmal nahezu surrealistisch scheinenden Klangwelten. Auch wenn die ephemere Statik der kaum wahrnehmbaren Geräusche mit den knackigen, kraftvollen Jazzrhythmen oder der fragilen, melancholischen Melodik verbunden ist, ist die kompositorische Logik und eine durchdachte Ordnung der Konstruktionen, die keinen Zufall zulässt, deutlich zu spüren. Schneid setzt sich besonders gerne mit scheinbar unvereinbaren Gegensätzen der musikalischen Materie auseinander, ohne sich in Gefahr des kitschigen Eklektizismus zu begeben. (...)

Das Ensemble musikfabrik unter der Leitung von Peter Rundel hat sein Bestes getan und seine Erstklassigkeit wieder bewiesen. Seine Interpretationen offenbaren die Fülle der magischen Kraft von Schneids Musik. Nicht ohne Grund vergleicht der Autor des einführenden Kommentars den Komponisten mit einem Alchemisten. Dabei ist seine Alchemistenküche absolut besuchenswert.

Katarzyna Kwiecien, NMZ, Oktober 2005
Feature über Schneid, Porträt CD

02.05.2001

UA vertical horizon I

Welcher Reichtum an Klangfarben in der Klarinette steckt offenbarte Tobias PM Schneids vertical horizon I: Zwischen gläsernen Flageoletts und dem Quieken einer Autohupe war hier alles zu erleben . Sowohl Schneid als auch Töpp .... entlocken der einstimmigen Klarinette in ihren Kompositionen faszinierende mehrstimmige Effekte.

WAZ, Mai 2001
Konzertkritik UA Vertical Horizon I

01.04.2001

UA symphony of changes

. . .Und in der Tat, der Brückenschlag gelingt, die UA der zeitgenössischen Symphonie lässt sich mit solchem Beethoven im Rücken als folgerichtige Weiterführung des damals Begonnenen ins Heute verstehen. Ein expressiv-expressionistischer Auftakt, spannungsvoll und in wellenförmiger Bewegung immer wieder die Entladung suchend, kontrastiert mit versammelter Ruhe, fast elegisch versinkend im Meer der Zeit, getrieben wiederum in die Wirbel immer- währender Veränderung. Alles fließt, wie schon Heraklit wußte, nur dass das Tempo heute schneller ist, die Ruhe zunehmend trügerischer, das Laufrad immer unbarmherziger und die Zusammenhänge immer undurchschaubarer und verwirrender sich erweisen . . . Mit klar erkennbarem Grundkonzept, durchstrukturiert . . . kann Symphony of Changes im Zusammenwirken einer eigenständigen Komponisten - persönlichkeit und eines hervorragenden Orchesters ihre Wirkung nicht verfehlen.

NMZ, April 2001
Konzertkritik UA symphony of changes
Münchner Kammerorchester, Christoph Poppen

29.01.2001

UA Streichquintett "ritual fragment . . . in memoriam . . ."

Kanonischer Frieden

"... Palm und die Rodins lernten sich beim Jugendfestspieltreffen in Bayreuth schätzen. Dort entstand mit dem Komponisten Tobias PM Schneid die Idee zu einem Stück: "Ritual Fragment. In memoriam" lotet in idyllischer Bewegung Obertonlandschaften aus, durch die sich absteigende Leitern wie Bäche schlängeln. Selten stören ein Kratzer oder ein Wummern den kanonischen Frieden. Mehrmals trifft sich das Quintett zu einem wundervoll ausregistrierten "Schlussakkord". Die nicht ganz perfekte Uraufführung traf doch den Geist des Stücks - und konnte das dem Publikum auch vermitteln."

Anton Sergl, Süddeutsche Zeitung, Januar 2001
Konzertkritik UA Streichquintett ". . . in memoriam . . ."

 

23.10.2000

UA prelude I: harmonic encounters & weird scenes inside the mirror cages I

Schneids Werk fand in seiner schonungslosen Konfrontation der verschiedenen musikalischen Parameter (von gewagten harmonischen Kombinationen bis zu divergierenden linearen Strukturen) zu neuen, spannenden  Ausdrucksmöglichkeiten. Das waren Wagnisse, die vom Publikum mit Begeisterung aufgenommen wurden.

Nürnberger Zeitung, Oktober 2000
Konzertkritik UA prelude I: harmonic encounters
weird scenes inside the mirror cages I

17.05.2000

UA umbrellas and sewing machines

Lebendiger, eindringlicher kann man zeitgenössische Musik nicht spielen. .... Als Uraufführung "umbrellas & sewing machines" von Tobias PM Schneid: Diese Stück läßt sich sinnlich von Stimmung zu Stimmung treiben und endet wie eine hauchfeine Jazz-Ballade. Nicht nur da brachte das Ensemble die Nuancen aufregend zum Schillern.

Roland Spiegel, Münchner AZ, Mai 2000
Konzertkritik UA umbrellas and sewing machines
Ensemble Triolog

11.10.1999

UA Lonely Monk's Reflections on Reprocreational Aspects in Fractal Organisations I

 

Ein sicherer Lotse war Robert HP Platz; er leitete das Ensemble Köln durch stilistische Grenzgänge von Tobias PM Schneid . Dessen zwölfminütiges Ensemblestück "the lonely monk´s ...." klang gewitzt und selbstironisch, zumal im oft sparsammen Satz. Ganz im Sinne des Jazzpianisten Thelonius Monk der sich im Titel verbirgt. Schneids Musik wirkte beim ersten Hören so anspringend wie homogen.

Kölner Stadtanzeiger 11.10.1999
Konzertkritik UA Bonner Beethovenfest
Ensemble Köln, Robert HP Platz


. . . Neue Musik, Jazz und Rock benennen die Quellen, aus denen sich die in Bonn uraufgeführte Komposition von Tobias PM Schneid speiste. Der Titel kam zwar etwas barock daher ("the lonely...), verwies aber nicht von ungefähr auf den Jazzpianisten Thelonius Monk und bezeichnete eine forsche, dabei ungemein luftige und originelle Musik.

Carsten Kretschmann, General-Anzeiger, Oktober 1999

. . . in dessen Mittelpunkt Tobias PM Schneid s Werk mit dem arg voluminösen Titel "the lonely monk´s .." stand - ein Solo für Klavier und Ensemble, das die Neue Musik mit Rock und Jazz verbindet. Aber hier war keine Spur von Aneinanderreihung unterschiedlicher Idiome zu hören: Der 1963 geborene Schneid fügt die verschiedenen Klänge - kurz kam auch ein E-Bass zum Einsatz - mit einer herrlichen Selbstverständlichkeit zusammen. Mit E- und U-Musik groß geworden, trennt Schneid seine Einflüsse nicht mehr voneinander. Mit Robert HP Platz und seinem Ensemble Köln hätte Schneid kein besseres Ensemble zu UA der lebendigen Komposition finden können.

Rainer Weber, Bonner Rundschau, Oktober 1999

01.10.1999

Cascando II

. . . Schneid ist . . . detailbesessen. Achtet man in seinem Stück nicht auf kleine Figuren, Klänge, auf die Dauer der Töne, auf deren An - und  Abschwellen so gerät das Ganze ins Stolpern. Im präzisen Intonieren einer Beschleunigung, in der präzisen Interpretation des Details steckt ein wesentliches Merkmal des Geistes, der diese Musik trägt. Schneid sprach in diesem Zusammenhang auch von einem Ausloten der Klänge.

NMZ, Oktober 1999
Erstes Dänisch-Deutsches Komponistentreffen in Kopenhagen

18.10.1997

Swin Swin

. . . Wesentlich komplexer ist Tobias PM Schneids Musik. Er spielt auf verschiedenste Genres und Gattungen an und verleibt sie sich ein . . .  Die Musik verarbeitet Bruchstücke, die an die scheinbar spritzigen Jingles der formatierten Rundfunk - und Fernsehsender ebenso erinnern wie an die endlosen Soundtracks zu den amerikanischen Vorabendserien . . .  Schneids Musik [ist] spannend - nicht zuletzt im Part der Zwillinge, die von Helene Lindquist und Barbara Dunkel überzeugend dargestellt werden. Jedem Zwilling sind drei weitere Stimmen zugeordnet, die untermalen, auffächern und die sprachlich-musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten beeindruckend erweitern.

Karsten Neuschwender, Sonntagsgruß, Oktober 1997


Realistische Geschichten erzählt auch Tobias PM Schneids Musik nicht. Sie ist für feingewebte Stimmungen zuständig; und sie fängt sie unter Errico Fresis engagierter Leitung mit ungewöhnlich reicher Farbigkeit ein. Spannend ist, wie souverän Tobias PM Schneid, der vorher noch nie eine Oper geschrieben hatte, mit den Stimmen umgeht. Die Nebenfiguren aus der Außenwelt pendeln zwischen freiem Sprechen, rhythmisiertem Sprechen und Gesang; die Zwillinge singen überhaupt nicht, bekommen aber jede ein Terzett aus Sopran, Alt und Counter-tenor an die Seite, die ausdrücken dürfen, was sie nicht ausdrücken können - oder wollen.

Birgit Karnath, SR3 Saarlandwelle, Oktober 1997


. . . Doch die Figuren der beiden Mädchen gewinnen eindringlich Plausibilität und auch plastische Kontur, was nicht zuletzt der Musik zuzuschreiben ist. Schneid zerlegt die Mädchen-Figuren in sprechende Spielerinnen und singende Komplementär-Figuren . . . Schneids "Opernmusik" wird durch die Vorzüge seiner Instrumentalmusik charakterisiert. Aus dem kammermusikalisch besetzten Ensemble . . .  gewinnt er ungemein vielfältige Klangfarben, die in ihren Tönungen differnziert auf die szenischen Vorgänge abgestimmt erscheinen. Die Musik vermag auch Erregungszustände plastisch zu reflektieren, bewahrt sich bei allem gegenüber der Szene einen weitgehend autonomen Aktionsraum. Keine Illustrierung des szenischen Geschehens also, sondern ein gleichberechtigtes "Konzertieren" von Musik und Aktion, wobei die Komposition in ihrer genauen, präzisen Konturierung der Szene die Vorgaben mitteilt.

Gerhard Rohde, NMZ, Oktober 1997

19.08.1997

Einklang op. 1

Das zu Beginn gebotenen Orchesterstück Einklang des 34jährigen Tobias PM Schneid entpuppte sich als aufregende Entdeckung. Das um "einen Klang" kreisende Werk schöpft auf faszinierende Weise aus einem kleinstmöglichen Motiv ein enormes Potential an Wirkungen und nutzt selbstbewußt die ganze Klangpalette des großen Orchesters zu farbig-flirrenden und rhythmisch dynamisierenden Kombinationen und Konstellationen, die das stets präsente Ausgangsmaterial, den "Ein-Klang", in allen erdenklichen Variationen, orchestral mächtig wie kammermusikalisch subtil, ausleuchten. Diese präzis kalkulierte Sinnlichkeit und die exakt konstruierte Sensibilität erleben allerdings am Ende einen (natürliche ebenso geplanten) drastischen Einbruch. Mit einem Zitat aus "La Valse" initiiert und imitiert Schneid Ravels apokalyptischen Taumel und läßt die sorgsam austarierte Balance in einem unwiderstehlichen, alles durcheinanderwirbelnden Sog abstürzen.

Heinz Zettel, Donaukurier DK Nr. 189, August 1997
Sinfonischer Sommer Riedenburg 1997

 

01.12.1991

Other orchestral pieces made a strong impression during the course of the ISCM week. The Radio Orchestra of Cracow offered two: an all-too brief work entitled Einklang I by the German Tobias PM Schneid, in which a tritone inerval, steady rhythmic ostinati and fleeting quotes (especially Ravel) coalesce into a convincing fabric.

Elliott Schwarz, ISCM news, December 1991
Concert Review: WP of Version 2; RSO Krakau, Räto Tschupp

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