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Foto: Ilse Bing, © Schnabel Music Foundation

Artur Schnabel

(1882 - 1951, USA)

Website der Artur Schnabel Foundation

Artur Schnabel

Als Pianist ist er eine Legende, seine Leistungen als Komponist wurden erst in letzter Zeit anerkannt. Ausgehend vom Klavier verfasste er zunächst Klavierstücke, Lieder und, als erstes großes Werk, sein 1901 uraufgeführtes Klavierkonzert in d-Moll. In den folgenden Jahren schuf er vor allem Kammermusik, insbesondere für Streicher. Nach seiner Emigration 1939 nach New York widmete er sich vermehrt den großen sinfonischen Formen. 

Komponieren, so sagt Schnabel selbst, dient ihm primär zur Aufrechterhaltung seines "musikalischen Gleichgewichts". Neben seiner Karriere als Instrumentalist komponierte und improvisierte er während seines ganzen Lebens. Er schrieb zunächst Lieder und Klavierstücke und wurde durch seine Auftritte als Solist, Kammermusiker und Liedbegleiter schnell berühmt. Es folgte die internationale Karriere. Konzertreisen mit seiner Frau, der Altistin Therese Behr, ließen das Komponieren nur noch als Nebenbeschäftigung zu. Schnabels Stilwende zum reifen Werk wird 1914 im Notturno deutlich. 1915 entstand das Klavierquintett, ein weiterer Schritt zur großen Instrumentalform.
Die Emanzipation von seinem Instrument dem Klavier geschieht dabei auf mehreren Ebenen, Schnabel komponiert Kammermusik für Streichinstrumente und zieht sich Anfang der 20er Jahre aus dem europäischen Konzertleben zurück, um in Ruhe sein "musikalisches Gleichgewicht" ausbalancieren zu können. Bis zur Emigration entstanden vier Streichquartette, die Sonaten für Violine solo, für Cello solo, die Klaviersonate, das Streichtrio etc.
Im Alter von 50 Jahren wollte er sich eigentlich vom Konzertleben zurückziehen, doch ließ die Emigration dies finanziell nicht zu, 1932 begannen langjährige Aufnahmen in London, unter anderem die Einspielung des Beethoven-Zyklus, die ihn weltberühmt machen sollte. In der amerikanischen Zeit, seinem letzten Lebensjahrzehnt schränkte er seine pianistische Tätigkeit ein und widmete sich mehreren großen Orchesterkompositionen: zwei weiteren Symphonien, der Rhapsody for Orchestra und er schreibt ein weiteres (das fünfte) Streichquartett in einer reduzierteren, knapperen Musiksprache sowie sein einziges Klaviertrio.

Nur ein Bruchteil seiner Werke ließ er zu Lebzeiten veröffentlichen - derzeit dringen sie langsam in die Konzertsäle. Schnabel suchte stets nach etwas Neuem und verfolgte mit Interesse die Entwicklung der zeitgenössischen Musik. Als Komponist überschritt er die formalen Grenzen der späten Romantik in Richtung der modernen Atonalität eines Schönbergs, ohne sich jedoch einer Richtung eindeutig zuordnen zu lassen. Werner Grünzweig beschreibt Artur Schnabels Kompositionen als "oftmals monumentale Werke, in kompromissloser Musiksprache und hoher Originalität".


Artur Schnabel:
String Quartet No. 1
Notturno for Alto & Piano

CPO