Biographie
"European audiences are often shocked by the disparity of the musical material I use in my works. For instance, right in the middle of a passage that sounds totally 'classical' I'd put elements that would create the feeling of a Brazilian carnaval scene or a Big Band from the 1940's. All this is part of the way I am. I don't want to belong to any school nor limit myself in any way. I' m many things."
Miguel del Aguila wurde 1957 in Uruguay geboren. 1978 erhielt er ein Stipendium des San Francisco Conservatory und siedelte daraufhin in die Vereinigten Staaten über. Nach Erhalt des Bachelor of Arts reiste er 1982 für weitere musikalische Studien nach Wien und wirkte dort zehn Jahre lang als Komponist, Pianist und Lehrer. 1992 kehrte er in die USA zurück, um sich in Südkalifornien niederzulassen. Seit 1997 unterrichtet er am Ventura College in Südkalifornien Klavier und Komposition. Von 1995 bis 1999 war Dirigent und musikalischer Leiter der Ojai Camerata.
Sein Oeuvre umfaßt über 80 Kompositionen, darunter Opern, neun Orchesterwerke, Solo- und Kammermusik, Musik für Theater und Fernsehen sowie Chorwerke. Einspielungen seiner Werke erschienen bereits bei Albany Records und ACA Records in den USA, bei Sony in Österreich und bei KKM-Wien. Sowohl für sein kompositorisches Schaffen wie auch für seine pianistische Tätigkeit erhielt Aguila zahlreiche Auszeichnungen (u.a. California Arts Council Artist in Residence Award, 1996; City of Ventura Arts Fellowship, 1994 and 1995; first prizes in United Students Of The Americas Competition (New York 1988), Olympiad Of The Arts, California, 1984).
Während Aguila einerseits einen großen Respekt vor der klassischen Tradition hat, sieht er es andererseits als seine Pflicht an, eine Musik zu komponieren, die so frisch und spontan wie möglich ist. Das Ergebnis ist ein fesselndes Wechselspiel zwischen klassischer Balance und romantischer Ausschweifung. Die Vorliebe des Komponisten, Programme für seine Werke zu erfinden, die er jedoch gewöhnlich nicht bekanntgibt, steigert den hochdramatischen Stil seiner Kompositionen. Deren musikalischen Ideen, stets einfach und leicht wiederzuerkennen, werden mittels vorwärtstreibender Rhythmen und gewagter Instrumentation zu Extremen gedrängt.
Der Rhythmus ist das wichtigste Element in Aguilas Musik. Zuweilen verwendet er Claves, ein lateinamerikanisches rhythmisches Konzept, der sich Harmonik und Melodik anzupassen haben. Dies ist z.B. der Fall in Conga-Line in Hell. Aguila komponierte dieses Werk mit der Absicht, es zusammen mit Villa-Lobos' Bachianas Brasileiras No. 5 für acht Violoncelli aufzuführen, daher die Besetzung für Flöte, zwei Klarinetten, Klavier, Schlagzeug und acht Violoncelli. Aguila schreibt: "In diesem Werk präsentiere ich Dantes Inferno von einem anderen Gesichtspunkt aus: humorvoll, sarkastisch, rhythmisch, aber auch furchterregend. Ich berufe mich auf die dramatischen und expressiven Qualitäten des Rhythmus', um die bösen Kräfte zum Ausdruck zu bringen, die meine Vorstellung von der Hölle bestimmen."
Aguila schrieb auch eine Klavierfassung dieser Komposition mit dem Titel Conga sowie zwei weitere Fassungen. Die eine, für größeres Kammerensemble, wurde vom New Juilliard Ensemble in Auftrag gegeben, die andere, für Orchester, von der Ventura County Symphony bestellt. Beide wurden 1994 uraufgeführt, und beide erhielten großen Beifall. Aguilas wohl beliebteste Komposition ist Toccata für Kammerorchester, die sich insbesondere als "Rausschmeißer" eignet und in deren Mittelpunkt sechs Schlagzeuger stehen. Das Stück bezaubert durch den metrischen Wechsel zwischen einem 6/8 und einem 7/8 Takt. Brasilianische Tanzrhythmen sind das gestalterische Element in der Komposition Hexen für Fagott und Streichorchester, Aguilas musikalischem Porträt einer Verhexung. Eine bezwingende Konversation findet zwischen Solist und Streichern statt. Der virtuose Fagottpart enthält Glissandi, extreme Register, explosive Sprünge, lange chromatische Läufe und einige neue Techniken. Etwas nüchterner, obgleich hochdramatisch, ist Aguilas Klarinettenkonzert, dessen einleitender Satz zu einer seiner schönsten Musiken zählt.
Seinem Sinn für Dramatik gibt Aguila freien Lauf in der Oper Cuauhtémoc. In ihr finden u.a. Anwendung ein doppelter Chor, ein großes Aufgebot an Schlagzeug, ein Banjo, ein Saxophonquartett und ein südamerikanischer schneckenmuschelähnlicher "Caracol". Caribbean Bacchanal, ein Auszug aus dieser Oper für Orchester, erlebte im Frühjahr 1994 seine Uraufführung. Und von dieser Fassung stellte der Pianist Aguila wiederum eine Fassung für zwei Klaviere, acht Hände her, die ebenfalls 1994 uraufgeführt wurde. Für sein viersätziges Woodwind Quintet No. 2, das eigentlich viel mehr ist, da die Bläser auch zu singen und diverse Geräusche zu produzieren haben, erhielt Aguila den Kennedy Center Friedheim Award.
Zu seinen neueren Werken gehört die Oper Time and again Barelas. Aguila nennt hier als den zentralen Einfluss wieder die lateinamerikanische Musik und besonders ihre Rhythmik. Das Werk ist im wesentlichen fiktional, basiert aber auf wahren Ereignissen in Albuquerque und wurde anlässlich des 300jährigen Jubliäums der Stadt u.a. vom New Mexico Symphony Orchestra in Auftrag gegeben.
Zuletzt erhielt er eine Reihe von Auszeichnungen: Lancaster Symphony Composer of the Year Award 2009, den Peter S. Reed Foundation Award 2008, MTC Magnum Opus/Kathryn Gould Award 2008, und Auszeichnungen der Copland Foundation und der Argosy Foundation for Contemporary Music.

Conga
für: Piano Solo
Bestell-Nr.: 3305
Preis: 17,00 €
