Pressestimmen

09.07.2011

Dann erklang, getreu der Erler Festspieltradition, ein zeitgenössisches Werk, die "Passacaglia für großes Orchester", komponiert 2008 von Elmar Lampson in der österreichischen Erstaufführung. Elmar Lampson, Rektor der Musikschule Hamburg, ist ein Komponist, dem man nachsagt, er "scheue sich nicht, so zu komponieren, dass es schön klingt". Kann moderne Musik denn schön sein, darf sie es überhaupt? Lampsons "Passacaglia" führte das scheinbar Unvereinbare zusammen, erzeugte bei den Zuhörern das Gefühl, etwas Geschlossenes, Stimmiges zu erleben, ohne Klischees oder Gefälligem ausgesetzt zu sein. Das Werk fängt Stimmungen ein, reißt Gefühle an, gibt Raum für Assoziationen. Es lockt an, ohne zu verführen, verdeutlicht, ohne zu zwingen, lässt aufhorchen, ohne zu verschrecken, entwickelt vertraute Farben und spiegelt sie in neuen Formen. Peter Valentovic, Kuhn-Schüler und Studienleiter der Tiroler Festspiele 2011, dirigierte das Werk behutsam und exakt zur Akzeptanz beim Publikum.

OVB online, 9.7.2011
Konzertkritik: Passacaglia; Österreichische EA

21.04.2011

Gefeierte Uraufführung der dritten Symphonie des Musikhochschulpräsidenten Elmar Lampson

Was in der Hörerinnerung haften bleibt, sind spinnwebfeines Flirren, Elfenromantik, Camouflage, melodische Lichtgeburten und nordische Weiten. Misstöne haben eine kurze Verfallszeit. Der Mittelsatz "Cantus" entspringt einer arkadischen Flötenmelodie. Aus eigener Bühnenmusik für die vier Mysteriendramen Rudolf Steiners entwickelte der Anthroposoph das monumentale Rondo-Finale. Das Hörpublikum zeigte sich überaus angetan.

Lutz Lesle, Die Welt, April 2011
Konzertkritik: UA Symphonie Nr. 3; Hamburger Symphoniker, Yoel Gamzou

20.04.2009

Leuchtkräftige Frühlingsmusik
Begeisternde Uraufführung der Dritten Symphonie von Elmar Lampson

Darf eine Uraufführung wirklich schön klingen? Und uns so ohne Umschweife berühren, dass uns feinste Gänsehautschauer über den Rücken rieseln? Aber gern . . .  Hier hat ein zeitgenössischer Komponist frühlingsfroh helle, unerhört leuchtkräftige Musik geschrieben, die uns geradezu kathartisch erquickte. Und in ihrer Haltung ist sie ebenso authentisch, ehrlich und glaubhaft, dass ihre schönen Stellen nie eklektizistisch wirken, sondern Konsequenz eines Komponierens sind, das stets dem eigenen Gewissen, dem eigenen Fühlen folgt.

Die Welt, 20.4.2009
Konzertkritik: Cantus, UA Hamburger Symphoniker, Muhai Tan

23.02.2009

In seiner Passacaglia und dem Cantus für Flöte und Orchester tauchen aus unbestimmt oszillierenden Klangflächen immer wieder Melodiefragmente und Rhythmen auf  . . . großer Beifall für beide Zeitgenossen [Tan Dun und Elmar Lampson] und die Frage, wie viele Jahrzehnte es es noch dauert, bis man mit solchen anregenden Klängen im Ohr nach Hause gehen darf und mal nicht . . . der Tradition das letzte Wort überlassen muss.

Hamburger Abendblatt, Februar 2009
Konzertkritik: Passacaglia für großes Orchester, Cantus;
NDR Symphonieorchester, Jens-Georg Bachmann

27.03.2007

Ungewohntes auf die Ohren

In seiner zweisätzigen 2. Sinfonie "Gesang des Marsyas" wird das Ohr immer wieder durch große tonale Klangflächen und Dreiklangsmelodik für Vertrautes justiert, um sich dann in Clustern und Zwölftonstrukturen zurechtfinden zu müssen. In Lampsons anthropozentrischer Tonsprache stehen sich im harmonischen Choral der Blechbläser und dem atonal zerstäubenden Streichersatz zwei Welten gegenüber, zwischen denen der Hörer wandern soll - und rasten an Punkten des Innehaltens.

Hamburger Abendblatt, März 2007
Konzertkritik: Symphonie Nr. 2; Hamburger Symphoniker, Alexander Briger

01.05.2006

Grausames Schicksal in eine Sinfonie gefasst

Das Publikum ... lauschte völlig fasziniert den Kontrasten zwischen der eher bewegungslosen Kunst des Apoll und der aufstrebenden Musik, die von den Streichern vorgestellt wurde als ein flirrendes Schweben wie geheimnisvolle Sphärenmusik. Das Orchester, in ungewohnter Sitzordnung agierend, vermittelte dieses Pulsieren und Schwirren, dieses Zusammenballen und Zersplittern so lebendig und intensiv, dass selbst der nüchternste Zuhörer von der Dynamik aus Vergangenheit und Zukunft gefesselt wurde.

KR, 1.5.2006
Konzertkritik: Symphonie Nr. 2, UA

Facetten

für Klaviertrio

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