Biographie

Thomas Jahn wurde am 29. Dezember 1940 als einziger Sohn  eines Publizisten und einer Sängerin in Berlin geboren. Schon früh interessierte er sich für Literatur und Musik. Während seiner Schulzeit in Hamburg nahm er Unterricht in Posaune, gründete eine Schüler-Band und verfolgte mit  zunehmendem Interesse die aktuelle amerikanische Jazzszene.                                                            

1962 begann er an der West-Berliner Hochschule für Musik Komposition bei Heinz Friedrich Hartig, Kontrapunkt (Ernst Pepping), Instrumentation (Frank Michael Beyer), Zwölfton-Analyse (Josef Rufer) und später in Hamburg Musiktheorie (Werner Krützfeld) zu studieren. Zwei Jahre später nahm er zudem ein Posaunenstudium bei Fritz Ramin am Städtischen Konservatorium auf, das er bei Horst Raasch an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Hamburg abschloss. 1967 wurde er Assistent seines Posaunenlehrers und später Dozent für Posaune und Schulpraktisches Musizieren. Parallel hierzu spielte er als Posaunist in diversen Hamburger Orchestern und Studios. Von 1969 bis 1972 wandte er sich nochmals einem Studium zu: Dirigieren bei Alfred Bittner.

1968 gründete er mit Wolfgang Florey, Jens Peter Ostendorf, Beate Gabriela Schmitt u.a. die Gruppe „Hinz und Kunz“ (später „Ensemble Hinz&Kunst“), die sich zuerst der freien Improvisation widmete, um später Produktion und Reproduktion von Musik in einer Hand zu behalten. Hier fand Thomas Jahn das ideale Wirkungsfeld vor, Komposition und Posaunenspiel miteinander zu verbinden. Mit dem Ensemble entstanden mehrere ko-operative Kompositionen im theatralischen Bereich. Für ihr musikalisches Märchen "Mongomo in Lapislazuli" erhielt das Ensemble 1979  den Preis der Jury des Internationalen Komponistenseminars in Boswil (Schweiz).

1969 verbrachte er einen Arbeitsaufenthalt in Los Angeles bei Anita Kerr und lernte dort das Know how des Arrangierens von Popmusik kennen.

Mit dem „Ensemble Hinz&Kunst" führte er 1973 die unter der künstlerischen Gesamtleitung von Hans Werner Henze stehende szenische Kantate "Streik bei Mannesmann" bei den "X. Weltfestspielen der Jugend und Studenten" in Berlin (DDR) auf. Für die Einspielung der Kantate erhielt das Ensemble 1976 den Schallplattenpreis "Künstler des Jahres" der deutschen Phonoakademie. Es entstand nun eine mehrjährige Zusammenarbeit mit Henze, in der er Jahn als seinen Schüler intensiv förderte. So beauftragte Henze den Komponisten 1975 für das 1. Festival seines "Cantiere Internazionale d´Arte" im toskanischen Montepulciano eine Oper zu komponieren: "Il Palazzo Zoologico" (Regie: Volker Schloendorff und Matthieu Carriere) wurde im folgenden Jahr uraufgeführt. Weitere Aufträge wie das mit dem Choreographen William Forsythe konzipierte Ballett "Peccato che sia una sgualdrina" und „Gänge – ein Stück über Ballett“ folgten.

Von 1973 bis 1974 war er  musikalischer Leiter am Thalia Theater in Hamburg. 1979 erhielt er den Förderpreis des Bachpreises der Freien und Hansestadt Hamburg. Im gleichen Jahr wurde er Lektor im Hamburger Peer Musikverlag. 1986 verließ er den Musikverlag, um als freischaffender Komponist zu leben. In diese Periode fällt auch die intensive Zusammenarbeit mit dem "Ensemble L´art pour l´art".

1990 gründete Jahn mit anderen das Theater "Scala", wo er sein Werk "Tender Buttons - ein poetisches Musiktheater" aufführte. Nur drei Jahre später gründete er "Die Eppendorfer Blechbläser", für die er komponierte sowie arrangierte. Für seine Komposition "Magnificat ´95"  erhielt er 1995 den Kirchenmusikpreis der Stadt Neuss und für die Chorsatire "Blühende Landschaften" 1998 den Preis des deutschen Musikrats.

Heute lebt Thomas Jahn in Hamburg und im Wendland.

Einen tieferen Einblick in sein musikalisches Wirken gibt seine Homepage.

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