Biographie

Der mehrfach ausgezeichnete Komponist Dieter Einfeldt wurde am 11. April 1935 in Hamburg geboren. Bereits als Gymnasiast begann er 1949 sein Studium an der damaligen Staatlichen Hochschule für Musik in Hamburg, welches er von 1950 bis 1962 bei den Professoren Ernst Gernot Klußmann, Walter Martin und Hans Schmidt-Isserstedt im Fach Komposition und Dirigieren, sowie bei Prof. Erik Schönsee im Fach Klavier absolvierte. Dieter Einfeldt gehört zu den Absolventen des ersten Nachkriegs-Studiengangs.
 
Bereits während seines Studiums war er Konzertbegleiter an der Sommerakademie des Salzburger Mozarteums und assistierte Ilona Steingruber-Wildgans bei den Internationalen Kursen für zeitgenössisches Lied. Von 1958 bis 1961 leitete er das Hamburger Universitätsorchester sowie internationale Orchesterkurse der Jeunesses Musicales. Darüber hinaus war er journalistisch bei verschiedenen Musikzeitschriften tätig. Von 1966 bis 1971 arbeitete er als freier Mitarbeiter beim Fernsehsender NDR 3 und war 1988 Programm-Berater für die NDR-Hörfunk Serie „das neue werk“. Von 1972 bis zu seiner Emeritierung 2000 hatte Dieter Einfeldt an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg eine Professur für Musiktheorie, Komposition und Formenlehre inne.

Sein kompositorisches Oeuvre zeichnet sich durch hohes handwerkliches Können aus, sicheres Gespür in der Formgebung, sowie eine wirkungsvolle dramaturgische Gestaltung. Abseits von provokativer Avantgarde hat Dieter Einfeldt beim Komponieren nie den Bezug zur Tonalität aufgegeben. Dem Hörer die Möglichkeit zu geben, Tongestalten zu behalten und wiedererkennen zu können war ihm immer wichtiger, als dem modischen Zeitgeist zu folgen. In der Nutzung von symmetrischen Allintervall-Reihen unterliegen seine Intervalle und Mehrklänge durchaus einer Hierarchie im Spannungsfeld zwischen Konsonanz und Dissonanz.

Dieter Einfeldts umfangreiches, mit mehreren Preisen ausgezeichnetes Werk umfasst Opern, Kindermusicals, ein Ballett, ein Oratorium, Sinfonien, weitere Orchesterwerke, Solokonzerte sowie Kammermusikwerke. Er erhielt bedeutende Kompositionsaufträge. Mit zahlreichen Rundfunk-Produktionen sowie Aufführungen in Großbritannien, den USA, Österreich, Schweden und den Niederlanden wurde sein Werk international einem internationalen Publikum bekannt.

Zu Dieter Einfeldts Hauptwerken zählen "Rotation" (1971) für Schlagzeugensemble, komponiert nach Rhythmen aus Rolf Liebermanns "Symphonie Les Echanges", "Somniloquie" - Notturno per Orchestra (1974/1989) und "Gomorrha" - Ein Requiem für Hamburg (1983/85), komponiert für einen Sprecher, Mezzosopran, Bariton, Chor und Orchester, im Auftrag der Patriotischen Gesellschaft von 1765 in Hamburg. Das Werk gilt der Erinnerung an die Operation Gomorrha, unter deren Namen die Alliierten 1943 ihr vernichtendes Bombardement auf Hamburg starteten. In dieser Komposition wie auch in vielen anderen nimmt Dieter Einfeldt Bezug auf die Geschichte und wendet sich ermahnend an den Zuhörer, aus ihr zu lernen und den Aufgaben der Zukunft mit hohem Verantwortungsgefühl zu begegnen. Zu den bedeutenden neueren Werken zählen die "Metamorphosen" für Viola und Schlagzeug-Ensemble (1995), "Signale" für Klavier und Schlagzeugensemble (1995) sowie die "Sinfonia Sacra" für Streichorchester (1995/96). Anlässlich seines 70. Geburtstages 2005 wurde "Trumpet Pictures", ein Konzert für Trompete und Schlagzeug-Ensemble, uraufgeführt.

Als langjähriges Mitglied des damaligen Fachbereichs Komposition, Musiktheorie, Musikwissenschaft und Dirigieren und als Beauftragter des Präsidenten der Musikhochschule für die Entwicklung neuer Präsentationsformen in der Musik bestimmte er die Geschicke der Hochschule entscheidend mit. Das von ihm geleite Studio für Neue Musik bot Kompositionsstudierenden der Hochschule erstmalig ein Forum zur Präsentation ihrer Arbeit. Die Entwicklung neuer Ausdrucks- und Präsentationsformen, wie eine bewusstere Programmgestaltung und die Einführung des Publikums in die dargebotenen Werke, erwiesen sich als außerordentlich erfolgreich.

Neben Komposition und Lehre engagierte er sich im Bundesvorstand der Musikalischen Jugend Deutschlands und in der Hamburger Sektion der IGNM (Internationale Gesellschaft für Neue Musik). Er ist Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg und Gründungsmitglied des Interessenverbandes deutscher Komponisten (IDK). In der Patriotischen Gesellschaft gründete und betreute er die Konzertreihe „Neue Musik im Gespräch“. Von 1982 bis 1985 war Dieter Einfeldt stellvertretendes Aufsichtsratsmitglied der GEMA.

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