Biographie

Der 1897 in München als Paul Frankenburger geborene Komponist studierte in München und wurde mit dreißig Jahren Kapellmeister an der Oper in Augsburg. Der zunehmende Antisemitismus führte jedoch zu seiner Kündigung und er emigrierte 1933 nach Palästina.

Dort nahm er den Namen Paul Ben-Haim an und entwickelte sich zu dem bekanntesten Konponisten seiner neuen Heimat. 1968 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Bis zu seinem Tod 1984 lebte er in Israel, komponierte mehr als 250 Werke und lehrte bis zu seiner Pensionierung Komposition in Tel Aviv und Jerusalem. Paul Ben-Haim fühlte sich als Komponist der Einbindung des traditionellen jüdischen Erbes verpflichtet und gilt als Begründer eines israelischen Nationalstils. Gleichzeitig basiert die formale Anlage seiner Werke auf der klassisch-romantischen Tradition. Prof. Jehoash Hirshberg, der eine Monographie über Ben-Haim verfasst hat, schreibt: "Ben-Haims Kompositionen werden dominiert von lyrischen, klar gezeichneten Melodien und einer eigenen instrumentalen und vokalen Idiomatik."

Vor allem im Jubiläumsjahr der Staatsgründung Israels fanden Ben-Haims Werke auch in Deutschland vermehrte Beachtung. So wurde bereits Anfang 2008 die 1. Symphonie in Tübingen aufgeführt. Im Mai fand in Bremen eine Aufführung seiner Three Songs without Words statt und in Lübeck erklang die 1950 komponierte Fanfare für Israel. Das Mondrian Trio konzertierte mit seinem Werk Variationen über eine Hebräische Melodie, Op. 22 (1939) im Februar 2009 in der Hamburger Laeizshalle.