BIOGRAPHIE

Klaus Arp wurde am 2. April 1950 in Soltau geboren. Nach seinem Studium der Fächer Klavier, Dirigieren und Komposition an der Hamburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst arbeitete er als Assistent und Solopianist an der Hamburgischen Staatsoper. Neben seiner klassischen Ausbildung war er auch als Jazzmusiker tätig und beschäftigte sich intensiv mit minimal music.

1978 übernahm Klaus Arp die Leitung des Hamburger Landes-Jugendorchesters sowie die Einstudierung der 'West-Side-Story' an der Hamburgischen Staatsoper - eine Produktion, die er über fünfzig Mal mit großem Erfolg dirigierte. Aus dieser Tätigkeit an der Hamburgischen Staatsoper entstanden auch einige Ballettkompositionen (Tonband) und Bühnenmusiken. Trotz vielfältiger Aufgaben als freischaffender Musiker und Dozent an der Musikhochschule Hamburg entschloss er sich 1981 zu einem festen Engagement als 1. Kapellmeister am Stadttheater Koblenz. Neben dieser Opernarbeit leitete er zahlreiche Konzerte der Rheinischen Philharmonie und war für verschiedene Rundfunkanstalten bei Konzerten und Produktionen tätig. Gastversträge verbanden ihn mit der Philharmonia Hungarica, den Radiosinfonieorchestern Basel und Zagreb, dem Teatro Margarita in Genua, dem Teatro Pergolesi in Jesi, der Nordwestdeutschen Philharmonie u.a. Von 1987 bis 1995 war er Chefdirigent des Rundfunkorchesters des Südwestfunks (Kaiserslautern) und außerdem seit 1992 künstlerischer Leiter der 'Villa Musica' Mainz, einer gemeinnützigen Stiftung der Landesregierung zur Förderung der Musik in Rheinland-Pfalz, insbesondere des musikalischen Nachwuchses. 1993 wurde er schließlich Professor für Orchesterleitung und Leiter des Hochschulorchesters der Staatlichen Musikhochschule Heidelberg-Mannheim.

Die kompositorische Entwicklung Klaus Arps wurde Anfang der 70er Jahre durch die Auseinandersetzung mit der amerikanischen Minimalmusik bestimmt. Mit der Rezeption von Steve Reich und Philipp Glass vollzog Arp wie viele seiner Kollegen eine 'Europäisierung' der Minimalmusik. Jedoch galt sein Interesse von Anfang an mehr einer kammermusikalischen Ausdeutung und streng durchkomponierten Formen, da er durch seine Erfahrungen im Free-Jazz der Gruppenimprovisation skeptisch gegenüberstand. Durch das Aufkommen von Sequenzern und Musikcomputern einerseits und seine verstärkte Aktivität im Theater andererseits erweiterte er seine Schreibweise in klanglich-harmonischer Hinsicht. Der Kompositionsstil in Arps Hauptwerk, der Oper 'Ogygia', lässt sich als 'durchkomponierte Minimalmusik' bezeichnen. Insbesondere die Gestaltung der Solopartien folgt den deklamatorischen Gesetzen einer dramaturgisch empfundenen Textvertonung. Die Melodik weist einen expressiven Charakter auf. Demgegenüber enthalten die Chorsätze sowie die orchestrale Begleitung eine Fülle von minimalistischen Kompositionstechniken, die jeweils den Bedürfnissen des dramaturgischen Spannungsbogens angepasst sind.

Des Weiteren treten in Arps Vertonungen eine Vielzahl traditioneller Stilmittel wie Tonalität, Kontrapunkt, Orgelpunkt, Ostinato und melodische Sequenz auf. Damit setzt Arp sich bewusst von den Avantgarde-Komponisten ab: 

"Ich versuche das, was mir an technischem Material zu Gebote steht, was ich für mich selbst akzeptiert habe, einzubauen. Mein Ausgangspunkt beim Komponieren ist ein anderer als der eines Avantgarde-Komponisten. Nicht nur deshalb, weil ich von meiner Entwicklung als Komponist her mehr vom Jazz komme - meine ersten Stücke sind eigentlich mehr Jazzkompositionen gewesen, und danach habe ich mich sehr stark mit der 'minimal-music' befasst -, sondern vielmehr deshalb, weil ich grundsätzlich der Meinung bin, dass sich die Neue Musik in eine Sackgasse begeben hat. Und ich habe während meines Musikstudiums eigentlich nie einen emotionellen Zugang zu dieser Musiksprache gefunden. Ich habe mich intellektuell damit befasst, habe auch Werke der Neuen Musik gespielt und dirigiert und habe dabei sicherlich auch ganz wunderbare Erfahrungen gemacht. Aber für mich selbst sehe ich in dieser Musikrichtung keine Möglichkeiten, mich auszudrücken. Ich versuche nicht, irgendwelche Traditionen bewusst zu brechen oder aufzugreifen, sondern im Grunde komponiere ich mehr oder weniger 'frei von der Leber weg'."

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Werkverzeichnis