Biographie

Der 1968 geborene französische Komponist Jean-Louis Agobet studierte am Konservatorium von Nizza Komposition und Musikanalyse, am ENM Conservatoire Darius Milhaud in Aix-en-Provence Elektroakustik und schließlich am Conservatoire National Supérieur de Musique et Danse in Lyon Komposition, Musik-Informatik und Musik-Analyse. Darüber hinaus besuchte er Kurse von Luigi Nono am Centre Acanthes. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen: 1991 das Stipendium der Eurocréation für die Stadt Bologna, 1992 das Stipendium der Fondation Henry Clews, 1995 den Sonderpreis beim Prix Italia für sein Radio-Monodram Rinvenuto, 2003 den Pierre-Cardin-Preis der Académie des Beaux-Arts am Institut de France und 2005 den Preis der Académie Charles Cros. Im Juni 2006 wurde ihm der Prix Claude Arrieu der SACEM verliehen.

1996 folgte er für zwei Jahre einer Einladung der Französischen Akademie in Rom an die Villa Médici. Ab 1998 war er für zwei Spielzeiten „Composer in Residence“ des Orchestre National de Montpellier, danach von 2001 bis 2004 beim Orchestre Philharmonique de Strasbourg. Daneben arbeitete er von 1996 bis 2001 regelmäßig am Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique IRCAM, auch in Verbindung mit der Uraufführung von Antiphonal Memory – einem Werk, das Agobet für das Ensemble InterContemporain komponiert hat. Jean-Louis Agobet war 2006 „Composer in Residence“ beim Orchestre Poitou-Charentes und 2007 “Compositeur Associé “ des Orchestre des Pays de Savoie.

Eine Vielzahl von Vorträgen und Lehrverpflichtungen führten ihn kreuz und quer durch Frankreich und andere Länder Europas, sowie nach Japan und China. 2004 übernahm er in Hong Kong eine Gastprofessur an der Academy For Performing Arts.

Seine Werke sind im Programm vieler Ensembles fest verankert und werden weltweit gespielt: darunter das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Orchestre National de France, das Orchestre des Pays de Savoie, das Orchestre de Bretagne, das Orchestre National d'Ile de France, das Orchestre Poitou-Charentes, das Orchester der Academy for Performing Arts in Hong Kong, das Royal Northern College of Music Orchestra in Manchester, das Orchestre de la Fondation Gulbenkian in Lissabon, das Ensemble InterContemporain, die Percussions de Strasbourg, die Tokyo Sinfonietta, sowie die Formationen Itinéraire, 2E2M, Court-Circuit, Sillages, Alternance und Musicatreize; als berühmte Solisten seien hier Michel Portal, Paul Meyer, Alexander Paley, Xavier Phillips und Steven Isserlis genannt. Jean-Louis Agobet’s Werke sind regelmäßig auf Radio France zu hören und werden auch innerhalb Ganz Europas von den wichtigen Radio- und Fernsehsendern übertragen.

1999 komponierte Agobet die Musik (für Ensemble und Live-Elektronik) für die Aufführungen des Stummfilms Gardiens de Phare von Jean Grémillon (1928) im Louvre; die Musik gelangte 2002 in Tokio erneut zur Aufführung. Seit mehreren Jahren widmet er einen Großteil seiner Arbeit auch dem Unterrichten und der Sensibilisierung von Kindern für Musik durch Konzerte, Workshops und speziell für sie geschaffene Kompositionen: «Est-ce que vous êtes prêts?» (Seid Ihr so weit?) mit dem Orchestre Philharmonique de Strasbourg oder «l'Enfant Orchestre» (Das Orchesterkind) mit dem Pianisten François-René Duchâble. Von 2004 bis 2005 war Agobet künstlerischer Leiter der pädagogischen Abteilung des Orchestre Philharmonique de Strasbourg.

Agobets Kompositionen sind in einer umfangreichen Diskographie veröffentlicht worden, die jeweils von der französischen und internationalen Presse enthusiastisch rezensiert worden sind. 1999 erschien die erste Porträt-CD bei dem Label MFA Radio France, mit Kammermusik- und Ensemblewerken für das Ensemble Itinéraire unter der Leitung von Mark Foster (ausgezeichnet mit dem “Choc du Monde de la Musique”), im Vertrieb von Harmonia Mundi. 2005 widmete ihm das Orchestre Philharmonique de Strasbourg unter der Leitung von François-Xavier Roth eine Aufnahme seiner Orchesterwerke bei dem Label Timpani, in Deutschland im Vertrieb bei dem Label Note 1. Die CD erhielt in der Zeitschrift Classica die beste Repertoire-Bewertung 9 und wurde von der Académie Charles Cros mit einem “Coup de Coeur” bedacht. Diese Aufnahme wurde 2006 bei den Victoires de la Musique Classique auch zur „CD des Jahres“ gekürt. Sein Orchesterwerk Folia wurde für Musicales Actes Sud, ebenfalls im Vertrieb von Harmonia Mundi, vom Orchestre des Jeunes de la Mediterannée aufgenommen und ein zweites Mal 2006 in Hong Kong vom Orchester der Academy for Performing Arts.

Nennenswert sind die Uraufführungen von drei neuen Orchesterwerken: das Hornkonzert (Avignon 2007), das Werk für Saxophonquartett und Orchester für das Raschèr Saxophone Quartet und das Orchestre des Pays de Savoie, sowie ein Auftragswerk von Radio France für zwei Sopranstimmen und Großes Orchester (2008).

Das 28. Festival „Aspects de des Musiques d'Aujourd'hui“ 2010 in Caen, Frankreich, war ganz Jean-Louis Agobet und seiner Musik gewidmet. Agobet wurde damit in eine Reihe berühmter Komponisten aufgenommen, in der sich auch Berio, Ligeti oder Eötvös befinden, deren künstlerische Leistung das Festival in vorangegangenen Jahren präsentiert und gewürdigt hat. Während des Festivals wurden sechzehn seiner Werke aufgeführt, darunter die Uraufführung seines Cellokonzerts, die Auftragskomposition des Festivals, mit dem Solisten Xavier Phillips und dem Orchestre de Caen unter der Leitung von Hans Leenders. Weitere Uraufführungen von Jean Louis Agobet beim Festival «Aspects des Musiques d'Aujourd'hui»: Eclisses - Auftragskomposition der SACEM, Spectre (Französische Erstaufführung), Signature. Beim Festival "Aspects des Musiques d'Ajourd'hui" 2012 in Caen wurden vier seiner Werke erneut auf das Programm gesetzt.

Seit 2011 ist Jean-Louis Agobet Professor für Komposition am Konservatorium in Bordeaux.

zurück

Jean-Louis Agobet

Leben

Für Violoncello und Klavier

Bestell-Nr.: 3786

Preis: 22,00 €