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David Pountney inszeniert die in Sowjet-Russland zensierte Weinberg Oper Die Passagierin - Posthume Uraufführung nach 42 Jahren auf den Bregenzer Festspielen 2010

Die Weinberg-Oper Die Passagierin wird 42 Jahre nach ihrer Entstehung auf den Bregenzer Festspielen 2010 szenisch uraufgeführt. Regie führt David Pountney. Dieses zentrale Werk des polnisch-russischen Komponisten Miecyslaw Weinberg, auch bekannt unter der Schreibweise Vainberg, wurde 1968 komponiert und fiel zwei Mal der sowjetischen Zensur zum Opfer.

Fotograf: Dietmar Mathis

Die Oper behandelt das Thema von Schuld und Verdrängung von Schuld auf dem Hintergrund des Holocaust. Auf einer Kreuzfahrt nach Brasilien trifft die ehemalige KZ Oberaufseherin Anneliese Kretschmer Jahrzehnte nach Ende des 2. Weltkrieges auf eines ihrer ehemaligen Opfer: Marta. Die Wiederbegegnung dieser beiden Frauen führt zu einem tiefenpsychologischen Drama von äußerster Intensität. 

Die thematische Sprengkraft des Sujets wurde im poststalinistischen Russland als gefährlich eingestuft und die geplante Uraufführung untersagt. Da half auch das flammende Plädoyer nichts, das Schostakowitsch, der eng mit Weinberg befreundet war, verfasste. Er schrieb: "Ich werde nicht müde, mich für die Oper "Die Passagierin" von M. Weinberg zu begeistern. Die Musik der Oper erschüttert mit ihrer Dramatik. Sie ist prägnant und bildhaft, in ihr gibt es keine einzige "leere", gleichgültige Note." Die Passagierin, nach eigener Aussage Weinbergs "Schlüsselwerk", blieb bisher unbekannt. Als einziger Überlebender seiner aus Warschau stammenden Familie war Weinberg von der Shoa selber existentiell betroffen. Wie ein roter Faden zieht sich der schmerzliche Verarbeitungsprozess durch die 154 mit Opuszahl gekennzeichneten Werke. 

David Pountney, der sich mit dem Opernschaffen Schostakowitschs intensiv auseinander gesetzt hat, entdeckte dieses Meisterwerk, nachdem es 2007 bei peermusic classical in den Verlag genommen wurde. Die Bregenzer Produktion der Passagierin wird zwischen 2010 und 2013 u.a. in Madrid, Warschau, Tel Aviv und London gezeigt werden.

Mehr über Mieczyslaw Weinberg
Bregenzer Festspiele

AKTUELLES

 Mieczyslaw Weinberg 

Symphonies Nos. 1 & 7

Gothenburg Symphony Orchestra
Thord Svedlund 

Chandos CHSA 5078

 

Aktuelle Aufführungen

- Auswahl -

Tzvi Avni:
Concerto for Piano and Orchestra
1.9.2010 - Duisburg, Mercatorhalle
- Uraufführung -
2.9.2010 - Duisburg, Mercatorhalle
Duisburger Philharmoniker
Solistin: Heidrun Holtmann
Dirigent: Jonathan Darlington

Arturo Márquez:
Danzón No. 2
7.9.2010 - Bilbao, Campos Theater (Spanien)
8.9.2010 - Pamplona, Baluarte Hall
9.9.2010 - Donostia, Kursaal Hall
10.9.2010 - Vitoria, Principal Theater
Euskadi Orchestra
Dirigent: Rubén Gimeno

Heitor Villa-Lobos:
Fantasia for Saxophone and Chamber Orchestra
10.9.2010 - Dabrowa Górnicza, Sala Teatralna Palacu Kultury Zaglebia (Polen)
Orkiestra Symfoniczna Filharmonii Zabrzanskiej
Dirigent: Slawomir Chrzanowski

Ahmed Adnan Saygun:
Inci'nin Kitabi (Inci's Book)
17.9.2010 - Recklinghausen, Festspielhaus
Sinfonietta Hungarica
Dirigent: Nissim Frank

Julian Orbón:
Tres Versiones Sinfónicas
- Schweizer Erstaufführung -
18.9.2010 Luzern, Konzertsaal KKN
Wiener Philharmoniker
Dirigent: Gustavo Dudamel

Tobias PM Schneid:
I´m dancing on the edge of time
18.9.2010 - Aachen, Altes Kurhaus
Neue Musik Ensemble Aachen

Theo Loevendie:
Porträtkonzert mit
Laps
Six turkish folk poems
The Liberator
De dag-en nachtegaal

23.9.2010 Amsterdam, Muziekgebouw
Asko Schönberg Ensemble

Julian Orbón:
Tres Versiones Sinfónicas
- Österreichische Erstaufführung -
23.9.2010 Wien, Konzerthaus
Wiener Philharmoniker
Dirigent: Gustavo Dudamel

Jean-Louis Agobet:
Reverso
- Schwedische Erstaufführung -
30.9.2010 Örebro, Konserthus
Svenska Kammarorkestern
Rascher Quartett
Dirigent: Thomas Dausgaard